Freitag, 17. November 2017

Neue Ausgabe von "Zauber des Nordens"

...mit unserem Kjötsúpa - Rezept 


Wir haben gestern unsere aktuelle Ausgabe vom Island-Magazin "Zauber des Nordens" bekommen, zu dem wir unser isländisches Kjötsúpa-Rezept beigesteuert haben.

Es ist wirklich sehr schön geworden, und die ganze Zeitschrift ist einfach klasse, finde ich - ich geh dann mal schmökern!

Die nächste Island-Reise kommt bestimmt...



Donnerstag, 16. November 2017

16. November - Tag der isländischen Sprache

Talarðú íslensku? Sprichst Du Isländisch?



Am 16. November, dem Geburtstag des isländischen Nationaldichters Jónas Hallgrímsson (1807 - 1845), wird in Island seit 1996 der "Tag der isländischen Sprache" gefeiert.

Der Dichter Jónas Hallgrímsson, der aus dem Öxnadalur stammte und mit Mitte 20 nach Kopenhagen ging, setzte sich massiv für den Schutz der isländischen Sprache ein - als in Island das Dänische drohte, die isländische Sprache in vielen Bereichen zu verdrängen.

Der "Tag der isländischen Sprache", der von Schulen und Institutionen im ganzen Land begangen wird, soll dazu beitragen, die Isländer für ihre Sprache und einen verantwortungsbewussten Umgang mit dieser Sprache zu sensibilisieren und dem Fortbestand der Sprache dienen.

Etwa 335.000 Menschen weltweit sprechen Isländisch

Isländisch ist eine indogermanische Sprache, die nur von etwa 310.000 Muttersprachlern gesprochen wird.

In Island sprechen etwa 320.000 Menschen Isländisch, außerhalb Islands etwa 15.000 Menschen. So kommt man überschlägig weltweit auf etwa 335.000 Menschen, die wirklich Isländisch sprechen können.

Die größte Gruppe Isländer außerhalb Islands findet man in Dänemark, auch wenn Island seit 1944 von Dänemark unabhängig ist. Etwa 8.000 Menschen sprechen hier Isländisch.

In den USA, hier insbesondere in North Dakota, sprechen etwa 5.000 Menschen Isländisch und in Kanada etwa 1.400 Menschen - überwiegend Nachkommen der Isländer, die Ende des 19. Jahrhunderts dorthin auswanderten. In Kanada gibt es noch heute ein isländisches Zentrum in Gimli, Manitoba - der Ort wurde 1875 von isländischen Einwanderern gegründet. Allerdings ist es ein ziemlich kleiner Ort mit nur knapp 6.000 Einwohnern. Die meisten Nachkommen der eingewanderten Isländer in Kanada und den USA sprechen heute kein Isländisch mehr.

Dagur íslenskrar tungu

Eine Sprache, die weltweit nur von so wenigen Menschen gesprochen wird, ist etwas besonderes.

Auf Initiative des damaligen isländischen Kultusministers Björn Bjarnason wurde 1995 der "dagur ískenskrar tungu", "der Tag der isländischen Sprache" ins Leben gerufen, der seit 1996 mit entsprechenden Aktivitäten jährlich am 16. November begangen wird.

Der Tag soll sich der isländischen Sprache widmen und sich um ihre Bewahrung bemühen.

Jedes Jahr an diesem Tag wird auch der "Verðlaun Jónasar Hallgrímssonar" verliehen, der Jónas-Hallgrímsson-Preis für Menschen, die auf besondere Art und Weise die isländische Sprache benutzt und gefördert haben, sich um die wissenschaftliche Arbeit, die Lehre, die Pflege der Sprache oder die Weitergabe an neue Generationen verdient gemacht haben. Eine Liste der Preisträger findet man im isländischen Wikipedia.


Unsere isländische Selbstversuche 

Wir lernen ja jetzt seit diesem Jahr auch ernsthaft Isländisch. Zumindest bemühen wir uns. Ein bisschen übers Wetter reden kann ich schon:

Hvernig var veðrið?
Það var vont veður. Það var alskýjað, ekki sólskin. Það var kalt. Það var frost og snjókoma. 


Wie war das Wetter?
Es war schlechtes Wetter. Es war völlig bewölkt, kein Sonnenschein. Es war kalt. Es war Frost und Schneefall. 




Sonntag, 12. November 2017

Pönnusteiktur fiskur með kryddjurtakartöflumús og bakað brokkóli

Gebratener Fisch mit Kräuter-Kartoffelbrei und gebackenem Brokkoli


Ich habe mich mal an ein etwas aufwendigeres Essen gewagt - eine Mischung aus traditionellen isländischen Elementen und ein paar modernen Akzenten.


Zutaten für 4 Personen

Für den Fisch

800 g Dorsch-Filet
1 TL grobes Salz
1 TL Olivenöl
100 g Butter
1 EL Zitronensaft

Für den Kräuter-Kartoffelbrei

100 g Kartoffeln
100 g Butter
150 g Schlagsahne
1 TL gehackter Dill
1 TL gehackte Petersilie
1 TL gehackter Schnittlauch
1 Prise grobes Meersalz

Für den gebackenen Brokkoli

1 Kopf Brokkoli
1 Prise grobes Meersalz
1 Prise schwarzer Pfeffer
2 EL Olivenöl
2 EL geriebener Parmesan
2 EL Mandelblättchen

Für die Sauce

50 g Butter
1 Bund Frühlingszwiebeln
500 g Schlagsahne
1 EL Apfelessig
1 kleiner grüner Apfel
1 EL Zitronensaft
1 Prise grobes Meersalz


Zubereitung


Am besten mit dem Kräuter-Kartoffelbrei anfangen...

Die Kartoffeln waschen, schälen und in Salzwasser ca. 20 Minuten lang kochen lassen.


Die gekochten Kartoffeln aus dem Wasser nehmen, gut abtropfen lassen und mit einem Stampfer klein stampfen.


Die Butter und die Schlagsahne hinzugeben, ...


...bei niedriger Hitze erwärmen und den gehackten Kräuter unterrühren.


Zum Schluss noch nach Geschmack mit Salz abschmecken.


Für den gebackenen Brokkoli

Den Backofen auf 180° Ober-Unter-Hitze vorheizen.

Den Brokkoli waschen und in kleine Blumen schneiden, die Röschen in eine feuerfeste Form geben.

Mit dem Salz und dem Pfeffer würzen, ...


...das Olivenöl über den Röschen verteilen...


...und mit dem geriebenen Parmesan und den Mandelblättchen betreuen.


Im vorgeheizten Backofen bei 180° etwa 20 bis 30 Minuten lang backen.


Für die Sauce

In einer weiteren Pfanne die Butter für die Sauce schmelzen lassen.

Die Frühlingszwiebeln waschen, putzen und in kleine Ringe schneiden.


Die Zwiebeln in der Butter andünsten.


Die Schlagsahne hinzugeben und etwa 15 Minuten bei niedriger Hitze einkochen lassen.

Anschließend den Apfel waschen, schälen, das Kerngehäuse und das Fruchtfleisch in kleine Würfel schneiden.


Den klein geschnittenen Apfel dann mit dem Apfelessig und dem Zitronensaft in die Pfanne geben und noch ein bisschen köcheln lassen.


Zum Schluss mit etwas Salz und eventuell etwas Pfeffer abschmecken.


Zum Schluss den Fisch vorbereiten:

Das Dorsch-Filet in 4 möglichst gleich große Stücke schneiden und salzen.


Eine große Pfanne mit sehr großer Hitze mit dem Olivenöl auf dem Herd erhitzen.

Die Fischstücke in die Pfanne geben und sie 3 Minuten von einer Seiten anbraten.

Die Butter in die heiße Pfanne geben, die Fischstücke umdrehen und noch einmal 3 Minuten von der anderen Seite anbraten.

Zum Schluss die geschmolzene Butter über die Fischfilets gießen.

Den Fisch aus der Pfanne nehmen und mit dem Zitronensaft beträufeln.


Anrichten

Die Sauce auf den Tellern verteilen (einen kleinen Rest zum Abschluss aufheben!), den Kräuter-Kartoffelbrei darauf geben, vorsichtig etwas "platt drücken" und dann den gebratenen Dorsch oben in die Mitte legen. Den gebackenen Brokkoli an der Seite verteilen, den letzten kleinen Klecks Sauce oben auf den Fisch geben und das Essen direkt servieren.


Na dann - guten Appetit!




Auf den Spuren von Bobby Fischer...

...unterwegs in Selfoss



Wir haben letzten Monat eine Woche ruhigen Familienurlaub in Südisland gemacht, in einem Sommerhaus auf dem halben Weg zwischen Hveragerði und Selfoss. Da mein Mann als Jugendlicher sehr schachbegeistert war, lag es nahe, die Gelegenheit mal zu nutzen und nach den Spuren von Bobby Fischer zu suchen, der in Island seine letzten Lebensjahre verbracht hat und bei Selfoss begraben ist.


Bobby Fischer ist eine herausragende Gestalt der Schach-Geschichte: Bereits mit 14 Jahren wurde er im Schach US-Champion, von 1972 bis 1975 war er Schach-Weltmeister. Seinen Titel gewann  er - mitten im Kalten Krieg - bei der Schachweltmeisterschaft 1972 in Reykjavík: Der US-Amerikaner Bobby Fischer gewann im Finale gegen den amtierenden russischen Weltmeister Boris Spasski.

Nach seinem Sieg zog sich Fischer, der schon damals als sehr exzentrisch bekannt war, vom  Turniersport zurück. Nur anlässlich der 20-Jahr-Feier seines Sieges trat er 1992 noch einmal an, und zwar in Jugoslawien gegen Spasski (Fischer gewann auch dieses Mal). Durch die Teilnahme an dem Turnier während des Bosnien-Krieges verstieß Fischer gegen ein US-Wirtschaftsembargo gegen Jugoslawien. In den USA drohten Fischer deswegen eine mehrjährige Haftstrafe und eine erhebliche Geldstrafe, er kehrte nie wieder in die USA zurück.

Außerdem fiel Fischer, selbst US-Amerikaner jüdischer Herkunft (die Eltern seiner Mutter waren polnische Juden), zunehmend durch sehr antisemitische und antiamerikanische Äußerungen auf, u.a. durch Holocaust-Leugnungen.

Die US-Regierung ließ 2004 Fischers Reisepass für ungültig erklären und versuchte, durch eine Anklage wegen Steuerhinterziehung seine Auslieferung in die USA zu erwirken. Aus "rein humanitären Gründen" gewährte die isländische Regierung Fischer Asyl, er erhielt im März 2005 die isländische Staatsbürgerschaft und ließ sich mit seiner japanischen Ehefrau in Reykjavík nieder. Er war zu diesem Zeitpunkt schon in einer sehr schlechten gesundheitlichen Verfassung, im Januar 2008 starb er im Krankenhaus in Reykjavík an Nierenversagen.

Bobby Fischer ist auf dem Friedhof der Laugardælakirkja quasi direkt am Ortseingang von Selfoss begraben.


Die Laugardælakirkja liegt direkt am Ortseingang von Selfoss, wenn man von Osten aus Richtung Hella kommt.


Eine schäbige Straße führt an einem Baumaschinen-Lager o.ä. vorbei zu einem Hof, der ziemlich heruntergekommen wirkt, falls er denn mal bessere Tage gesehen hat. Und direkt an diesem Hof befindet sich die Kirche, auf deren Friedhof Robert James Fischer begraben wurde.

Die Kirche selbst und der Friedhof sind in gutem Zustand, mit der Umgebung wirkt es allerdings - schon etwas sehr triste, zumindest im Moment. 




Auf dem Rückweg von der Kirche nach Selfoss hängt an der Abzweigung zur Ringstraße ein kleines Hinweisschild, das auf das Bobby-Fischer-Museum in Selfoss aufmerksam macht:


Außer diesem Schild auf dem Weg vom Friedhof und einem zweiten Schild direkt vor dem Museum habe ich jetzt in Selfoss allerdings keine weiteren Hinweisschilder bemerkt. 


Das Museum findet man ein paar Hundert Meter weiter im Ort an der Hauptstraße. 



An der Rückseite des Gebäudes befindet sich ein Hintereingang, der zum Bobby-Fischer-Center ("Fischersetur Selfossi") führt. Wenn man Interesse daran hat, kann man vorne im Blumenladen nachfragen bzw. sich telefonisch melden. Von Mitte Mai bis Mitte September, in der Hauptsaison hier in Island, hat das Bobby Fischer Center aber täglich von 13 bis 16 Uhr geöffnet.  




P.S.: Tut mir leid, mehr Bilder vom Friedhof haben wir nicht gemacht!


Zum Abendessen nach Selfoss

Tryggvaskáli 


Als mein Mann im Sommer in Island unterwegs war und seinen Vermietern erzählte, dass er mit seinem Freund extra nach Stokkseyri gekommen war, um dort im Restaurant "Fjöruborðið" zu essen, empfahl ihm der Vermieter, unbedingt auch mal zum Essen in die "Tryggvaskáli" nach Selfoss zu fahren. Und das haben wir dann gemeinsam getan, als wir jetzt in den Herbstferien im Oktober in der Ecke waren.
 
Die Tryggvaskáli verdankt ihre Existenz und ihren Namen dem Isländer Tryggvi Gunnarsson, der am 18. Oktober 1835 in Laufás in Nordisland geboren wurde. Tryggvi war ein Zimmermann, später auch Abgeordneter im Alþing und Direktor der Landesbank. Er starb am 21. Oktober 1917 im stolzen Alter von 82 Jahren.

Unter anderem seinem Engagement ist es zu verdanken, dass 1891 hier bei Selfoss die erste Hängedrücke über den Fluss Ölfusá, den wasserreichsten Fluss Islands, errichtet wurde. Der Brückenbau bedeutete für den Ort, der früher nur aus einen Gehöften bestanden hatte, einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung. Heute ist Selfoss mit über 7.000 Einwohnern die größte Stadt Südislands.

Im Rahmen des Brückenbaus ließ der geschäftstüchtige Tryggvi hier in Selfoss neben dem Fluss auch das älteste Haus der Stadt errichten, als Restaurant und Gästehaus - die Tryggvaskáli, also "Tryggvis Hütte".


Heute ist die Tryggvaskáli ein gehobenes Restaurant mit einzigartigem Ambiente, hier werden insbesondere regionale Produkte verwendet und durch den Mix aus traditionellen und modernen Elementen bekommt das Essen seine ganz besondere Note.


Das Restaurant hat meistens von 11.30 h bis 22 h geöffnet.

Das alte Haus hat eine sehr angenehme, warme Atmosphäre, und durch die verschiedenen Zimmer und Zimmerchen wirkt es auch sehr gemütlich.



Als mein Mann und ich jetzt in der Tryggvaskáli gegessen haben, haben wir uns beide für das 3-Gang-Menu entschieden, das zum Abendessen angeboten wird - wenn schon üppig, dann richtig üppig!

Als Appetithappen wurde sehr leckeres Brot mit einer köstlichen, weichen gesalzenen Knoblauch-Butter serviert, so unglaublich cremig... traumhaft!


Als Vorspeise gab es dann Humarsúpa, also Kaisergranat-Suppe. Auf unseren Tellern, die serviert wurden, waren der Kaisergranat mit Tomate und geschmorter Topinambur angerichtet, dann goss der Kellner am Tisch aus einer Kanne die Humarsúpa über die "festen Bestandteile". Es schmeckt ausgesprochen lecker, intensiv und würzig.


Als Hauptgericht konnte man wählen zwischen Lachs und Lamm.

Der wunderbar auf den Punkt gegrillte Lachs wurde mit Graupen, Brokkoli, sehr leckerem, leicht geschmolzenem isländischen Blauschimmel-Käse ("Ljótur"), warmen Blaubeeren und karamellisierter Butter serviert.


Bei dem Fleischgericht wurde das Lamm auf zweierlei Arten zubereitet: Einmal als langsam geschmorter Lammrücken, noch so richtig schön mit einer ordentlichen Speckschwarte daran, und dann als Lamm-Rillette, so herrlich saftig und weich gekocht, das bei mir lang verschüttete Erinnerungen an das Gulasch meiner Großmutter wach wurden. Dazu gab es eine geschmorte Pastinake, glaube ich, einen Würfel "Kartoffelbrei" mit Kartoffelstückchen, Spinat und Parmesan und Thymian dazu - außerdem noch eine süßliche, unglaublich leckere Karotten-Creme.


Zum Dessert gab es Pistazieneis auf Schokoladen-Mousse mit gerösteten Kokosflocken, Mandeln und dazu sowohl frische als auch getrocknete Erdbeeren.


Das Menu kostete pro Person 8.500 ISK, umgerechnet also gut 68 €.

Dazu kamen dann noch die Getränke, das Bier für meinen Mann und der Orangensaft für mich. Insgesamt haben wir für den Abend 17.850 ISK bezahlt, also knapp 145 €.

Wir haben den Abend auf jeden Fall sehr genossen!





Heilhveitibrauð

Vollkornbrot


Beim Einkaufen in Island muss man sich teilweise auf andere Mengen einstellen als man es von Deutschland gewohnt ist. So gibt es z.B. Backpulver ("lyftiduft") nicht in kleinen Tütchen, sondern in großen Packungen, und auch Mehl gibt es meistens nur in 1-kg-Paketen oder größeren Packungen.


Zutaten

350 g Weizen-Vollkornmehl
250 g Weizenmehl
2 TL Backpulver
2 EL Zucker
75 g Butter
300 ml Milch


Zubereitung

Den Backofen auf 180° Ober-Unter-Hitze vorheizen.

Alle Zutaten in eine große Rührschüssel geben...


...und langsam, aber gründlich zu einem glatten Teig verkneten. Falls der Teig noch klebt, noch etwas Vollkornmehl hinzugeben, bis der Teig sich gut formen lässt.

Aus dem Teig auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech zwei längliche Brote formen und mit einem Messer etwas einschneiden.


Bei 180° Ober-Unter-Hitze ca. 40 Minuten lang backen, bis das Brot schön goldbraun geworden ist.


Das Brot aus dem Ofen nehmen, gut abkühlen lassen...


...und dann genießen.


Bei uns gab es das Brot dann zum Frühstück mit kæfa (= Leberpastete) und gráðaostur (= Blauschimmelkäse). 

Guten Appetit!