Freitag, 21. Juli 2017

Sturz in den Gullfoss

Tragödie am Wasserfall - ein Mensch wird vermisst


Der Gullfoss ist einer der schönsten und bekanntesten Wasserfälle Islands. Jetzt hat sich hier anscheinend eine Tragödie ereignet.


Offenbar alarmierten mehrere Zeugen am Mittwoch, den 19. Juli 2017 gegen 17 Uhr die isländische Polizei, dass ein Mann in den Gullfoss gefallen war. Zeugen sahen den Mann an der oberen Stufe des Wasserfalls im Wasser, weitere Zeugen noch zwischen den beiden Stufen - seitdem fehlt offenbar jede Spur von ihm. 

Die Identität des Mannes scheint mittlerweile geklärt. Auch wenn zunächst keine Vermisstenmeldung vorlag, konnte die Polizei ihn wohl durch eine Überprüfung der am Wasserfall geparkten Fahrzeuge und anhand der Beschreibungen der Augenzeugen identifizieren. Es soll sich demnach um einen 22-jährigen Asylbewerber aus Georgien handeln, der schon einige Zeit in Island gelebt habe.

Am Mittwoch Vormittag wurde bekannt, dass die isländische Einwanderungsbehörde am Vortrag Georgien und den Kosovo als sichere Drittstaaten eingestuft hat, so dass Asylbewerber aus diesen Ländern grundsätzlich keine Aussichten auf Anerkennung und Bleiberecht in Island mehr haben. 

Über 100 Mann von Polizei und Bergrettung sowie Küstenwache waren im Einsatz, darunter auch speziell ausgebildete Taucher und zwei Helikopter der Küstenwache. Bisher fehlt von dem Mann jedoch jede weitere Spur. Die Suche wurde anscheinend Donnerstag Abend in dieser Form ergebnislos abgebrochen. Laut Polizei gibt es wohl keine Hinweise auf ein Gewaltverbrechen. Der Fall werde als Unfall untersucht.

Wie die isländische Zeitung mbl.is berichtet: "Dæmi eru um að fólk hafi farið í foss­inn en aldrei komið upp aft­ur." - "Es gibt Beispiele von Menschen, die zu einem Wasserfall gegangen sind und niemals wiedergekommen."


Montag, 17. Juli 2017

Bláberjabaka

Blaubeer-Dessert


Man kann ja nie genug Rezepte für Blaubeer-Aufläufe haben, finde ich!


Zutaten für 6 Personen

3 Eier
200 g brauner Zucker
120 g Mehl
120 g Haferflocken
100 g geschmolzene Butter
1/2 Bio-Zitrone
250 g TK-Blaubeeren
50 g Mandelblättchen

Schlagsahne oder Eis zum Servieren


Zubereitung

In einer großen Schüssel die Eier mit dem Zucker schaumig rühren.


Anschließend Mehl, Haferflocken und geschmolzene Butter hinzugeben.


Die halbe Zitrone waschen, vorsichtig die Schale abreiben und anschließend den Saft auspressen. Die geriebene Zitronenschale und den Saft zu den übrigen Zutaten in der Schüssel hinzufügen...


...und alles zu einem glatten Teig verarbeiten.


Den Teig in eine Auflaufform geben.

Die tiefgekühlten Blaubeeren über dem Teig verteilen...


...und mit den Mandelblättchen bestreuen.

Im vorgeheizten Backofen bei 180° Ober-Unter-Hitze ca. 40 Minuten lang backen.


Das Dessert anschließend noch warm mit Sahne oder Eis servieren.


Guten Appetit!


Sveppasúpa

Pilzsuppe


Ich hatte ja schon angekündigt, dass ich mit den getrockneten Pilzen noch ein paar Rezepte für Pilzsuppen ausprobieren wollte... hier schon mal das erste, das ich im Urlaub erfolgreich getestet habe.


Zutaten

25 g getrocknete Pilze
200 ml kochendes Wasser

50 g Butter
1 TL Zitronensaft

3 EL Mehl
1 l Fleischbrühe
1 Eigelb
2 EL Schlagsahne
Salz
Pfeffer


Zubereitung

Die getrockneten Pilze in einem Topf oder einer Schüssel mit dem kochenden Wasser übergießen und etwa eine halbe Stunde ziehen lassen. Die Pilze dann aus dem Wasser nehmen, das Wasser beiseite stellen (wird noch gebraucht!) und die Pilze gut abtropfen lassen.


Anschließend in einem großen Topf die Butter schmelzen lassen, die Pilze und den Zitronensaft hinzugeben und alles ca. 5 Minuten kochen lassen.


Die Pilze aus dem Topf nehmen und beiseite stellen.

Die Butter mit dem Mehl verrühren, portionsweise die Fleischbrühe hinzugießen und immer wieder gründlich verrühren.


Das Pilzwasser hinzugeben und die Mischung dann ca. 5 Minuten kochen lassen.


Das Eigelb mit der Schlagsahne verrühren und in die Suppe geben.




Die Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken.


Die Suppe in Suppentellern oder Schüsseln anrichten, die Pilze hinzugeben und direkt servieren.





Dienstag, 4. Juli 2017

Ástarpungar með bláberjum

Liebesbälle mit Blaubeeren


Ich habe ja schon zwei Rezepte für Ástarpungar ("Loveballs") im Blog. Natürlich gibt es in Island unzählige verschiedene Rezepte hierfür, alle ein bisschen anders... Jedenfalls wollte ich der Versuchung nicht widerstehen, auch noch diese Variante mit Vanille-Skyr und getrockneten Blaubeeren auszuprobieren!


Zutaten

840 g Mehl
2 TL Backpulver
1 TL geriebene Zitronenschale
240 ml Vanille-Skyr
2 Eier
100 g getrocknete Blaubeeren

1 kg Pflanzenfett zum Frittieren


Zubereitung

In einer großen Schüssel das Mehl mit dem Backpulver und der geriebenen Zitronenschale vermischen.

Anschließend den Vanille-Skyr und die Eier hinzufügen und alles zu einem einheitlichen Teig verarbeiten.


Zum Schluss noch die getrockneten Blaubeeren unterziehen.


Den Teig dann 10 Minuten stehen lassen.


In einem hohen Topf das Pflanzenfett erhitzen.

Mit angefeuchteten Händen gut walnussgroße Bällchen aus dem Teig formen.


Die Bällchen dann (je nach Topfgröße in Portionen zwischen 4 und 6 Bällchen auf einmal) in das heiße Pflanzenfett geben und etwa 4 Minuten lang frittieren, dabei regelmäßig wenden, damit die Liebesbällchen von allen Seiten goldbraun werden.


Anschließend die Bällchen vorsichtig mit einem Schöpflöffel aus dem Fett nehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.


Die Ástarpungar schmecken noch warm ganz ausgezeichnet, sind aber auch ausgekühlt sehr lecker.




Þurrkuð bláber

Beerensammeln in Island

Getrocknete Blaubeeren


Und noch ein Beitrag zum Thema "Haltbarmachung von Lebensmitteln in der isländischen Küche", der Werbung enthält:

Die Konservierung von Lebensmitteln ist und war ein wichtiges Thema in der isländischen Küche, da die isländischen Sommer kurz und die Winter lang sind und man mit der Ernte des Sommers und den gesammelten Früchten über den Winter kommen muss(te). Auch bei importierten Lebensmitteln ist und war die Konservierung ein wesentlicher Faktor. In der isländischen Küche gibt es daher jede Menge Rezepte mit Trockenpflaumen, gedörrten Aprikosen, getrockneten Datteln - und eben auch getrockneten Beeren, wie z.B. hier Blaubeeren.

Gesund sollen getrocknete Blaubeeren übrigens auch sein - so sollen sie gegen leichten Durchfall und Menstruationsbeschwerden helfen, bei regelmäßigem Verzehr die Cholesterinwerte und den Blutzuckerspiegel senken und die Durchblutung fördern und der Sud von getrockneten Blaubeeren soll gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum helfen, wenn man damit gurgelt.

Wie bereits geschrieben, hatte uns die Firma Pearl GmbH hat einen ihrer neuen Rosenstein & Söhne Dörrautomat DH-25.k mit 5 Dörr-Einsätzen *) kostenlos als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt, damit wir damit herumexperimentieren können.

Anbei also meine ersten Versuche mit dem Trocknen von Blaubeeren:

Wichtig ist es dabei, gleich große, möglichst eher kleinere Früchte zu nehmen - zu große Beeren brauchten bei mir ewig, wurden auch nach 3 Tagen nicht richtig trocknen und haben dann (okay - bei der Hitze bei uns im Juni) im Glas auch noch stellenweise angefangen zu schimmeln.

Blaubeeren schrumpfen übrigens beim Trocknen auf etwa 1/10 ihrer vorherigen Größe zusammen. Für 50 g getrocknete Blaubeeren braucht man also ungefähr 500 g frische Blaubeeren.


Zubereitung

Die Blaubeeren kurz waschen, ggf. mit heißem Wasser, anschließend gut trocknen und von beschädigten Früchten und Stielresten etc. reinigen.


Die Früchte dann im Dörrautomaten auslegen und so lange trocknen lassen, bis sie wirklich komplett durchgetrocknet und hart sind.



Die getrockneten Beeren dann in leere, trockene Marmeladegläser füllen und luftdicht aufbewahren.



*) - Amazon Affiliate-Link

Svartfuglsegg

Denkmal für die letzten Riesenalke in Island

Trottellummen-Eier


Zwar wurden die letzten lebenden Riesenalke in Island 1844 von einheimischen Vogelräubern erwürgt, die die Überreste an Ornithologen verkauften und das letzte Ei zertraten, aber kleinere Verwandte aus der Familie der Alkenvögel brüten noch heute in Island, darunter die allseits beliebten Papageitaucher und die Trottellummen. Die Trottellummen werden immerhin gut 40 cm groß und wiegen etwa 1 kg, zusammen mit der zweite Lummenart, der Dickschnabellumme, sind sie seit Ausrottung des Riesenalks die größten noch lebenden Alkenvögel.

Die Trottellummen brüten meist zwischen Mai und Juli in Island, sie brüten jeweils ein einzelnes Ei aus. Wenn sie ihr Ei zu Anfang der Saison verlieren, legen sie in rund 90% der Fälle ein zweites Ei.

In Island werden traditionell Anfang der Saison die Eier der Trottellummen, der Papageitaucher und anderer Seevögel unter Lebensgefahr von den Steilklippen gesammelt, in denen die Tiere brüten.

Vogelfelsen Látrabjarg in den Westfjorden

Gerade Ende des Frühjahrs, wenn die Essensvorräte des Winters aufgebraucht waren, waren die Eier für die Isländer eine wichtige Nahrungsquelle. Heute sind die Eier wegen ihrer auffälligen Form und der bunten Farben auch bei Touristen beliebt.


Die Eier sind sehr groß, spitz zulaufend, aufgrund ihrer besonderen Form drehen sie sich in einem viel engeren Kreis um die eigene Achse als andere Eier. Außerdem haben sie, ebenfalls anders als andere Eier, eine raue und wasserabweisende Oberfläche und sie sind bunt und sehr unterschiedlich gemustert. Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass Trottellummen ihr eigenes Ei von anderen Trottellummen-Eiern unterscheiden können.

Im Frühsommer kann man z.B. am Wochenende auf dem Kolaportið in Reykjavík diese Eier kaufen, auch bereits hartgekocht.

Die schwarzen Eier unten links auf dem Bild sind Seemöwen-Eier, darüber, etwas heller, die Eier der Dreizehenmöwen und eben die Trottellummen-Eier.


Die Trottellummen-Eier (1. Wahl) kosteten hier am Stand 500 ISK pro Ei, umrechnet derzeit rund 4,30 €, die übrigens Eier alle 310 ISK, also knapp 2,70 €.


Die hartgekochten Eier schmecken übrigens, verglichen mit Hühnereiern, "sehr normal", das Eiweiß ist allerdings leicht Türkis gefärbt und etwas klarer.








Freitag, 30. Juni 2017

Kanil-rabarbarabaka

Zimt-Rhabarber-Dessert


So, der letzte Rhabarber für diese Saison ist bei mir in dieses ausgesprochen leckere Zimt-Rhabarber-Dessert mit Kardamom-Zwieback gewandert. Zwieback mit Kardamom kann man hierzulande übrigens gut bei Ikea kaufen - man kann ihn aber auch gut selber backen.


Zutaten für 4 Personen

1 kg Rhabarber
250 g Zwieback
400 ml Schlagsahne
250 g Butter
1 Stange Zimt
100 g Zucker

250 ml Schlagsahne


Zubereitung

Den Rhabarber waschen, schälen und in kleine Stücke schneiden.

In einen großen Topf geben und zusammen mit dem Zimt und 70 g von dem Zucker etwa eine Viertelstunde bei mittlerer Hitze köcheln lassen.


Den Zwieback grob zerkleinern...


...und mit den restlichen 30 g Zucker vermischen.


Die Butter schmelzen lassen.

Etwa 1/4 der Rhabarbermasse in eine feuerfeste Form geben, dann 1/4 der Zwieback-Brösel darauf verteilen und mit 1/4 der geschmolzenen Butter übergießen. So lange weiter aufschichten, bis man mit der letzten Schicht Zwieback mit Butter übergossen endet.


Bei 180° Ober-Unter-Hitze ca. 60 Minuten backen.

Anschließend aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen und dann nach Belieben warm oder kalt mit geschlagener Sahne servieren.






Tvíbökur

Zwieback


Auf Isländisch heißt Zwieback auch "zweimal gebacken", also "Tvibökur", und isländischer Zwieback schmeckt wunderbar nach einer Prise Kardamom!


Zutaten

500 g Mehl
125 g Zucker
1 TL Kardamom
3 TL Backpulver
1 TL Natron
125 g Margarine
250 ml Dickmilch


Zubereitung

Den Backofen auf 180° Ober-Unter-Hitze vorheizen.

Mehl, Zucker, Kardamom mit Backpulver und Natron in eine große Schüssel geben und vermischen.


Die Margarine und die Dickmilch hinzufügen.


Alles gründlich durchkneten. Falls der Teig noch zu klebrig ist, noch etwas Mehl hinzugeben und verkneten, bis der Teig nicht mehr an den Fingern klebt.


Anschließend aus dem Teig kleine Bälle formen und auf ein mit Backpapier ausgelegten Backblech legen und kurz im Ofen bei 180° Ober-Unter-Hitze ca. 15 Minuten lang backen.


Anschließend das Blech aus dem Ofen nehmen, kurz auskühlen lassen und dann mit einem scharfen Messer halbieren.


Die halbierten Brötchen dann auf dem Blech verteilen und bei 120° Ober-Unter-Hitze noch einmal ca. 20 Minuten im Ofen backen, bis der Zwieback schön trocken und goldgelb geworden ist.


Guten Appetit!